| Kunstfluglehrgang in Laucha 2008 |
| Samstag, 25. Juli 2009 um 14:48 Uhr | ||
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Im Herbst 2007 bereits angemeldet fuhren wir nach Laucha an der Unstrut: Die zweistündige Anreise erfolgte am Freitagabend. Briefing dann am Samstag nach dem reichlichen und guten Frühstück, gegen 09:00 Uhr. Es begann mit der Theorieausbildung für den Segelkunstflug. Hier erfolgte eine Unterweisung über folgende wichtige Themenbereiche: Die Aresti-Figuren (Aresti war ein Hauptmann der spanischen Luftwaffe und entwickelte eine Methode, Kunstflugfiguren in graphischer Form darzustellen) für
In dieser Reihenfolge war auch am Ende der Ausbildungswoche das Prüfungsprogramm innerhalb einer "Kunstflugbox" von 1000m Länge x 1000m Breite x 1500m Höhe zu absolvieren. Verlassen dieser "Box" führte zur "Disqualifikation" und Nichtbestehen der Prüfung ebenso wie unterschreiten der Mindestflughöhe natürlich.
Ein Teilnehmer gab am Tag danach dann auf, weil ihm das zu anstrengend war (22 Jahre alt). Der jüngste erfolgreiche Teilnehmer war übrigens Anfang 20! Sonntag und Montag war geprägt von "Lehrer macht vor, - Schüler versucht nachzumachen". Manchmal lachten wir uns krank, weil aus einem Turn etwas ganz anderes, undefinierbares wurde, oder weil der Flugplatz um 180° in der falschen Richtung lag (Orientierungsverlust). Ich kam mir manchmal vor wie in einer Waschmaschine. Oben und unten war kein Problem, aber wo war Ost und West auf einmal? Die Lust auf positiv- und negativ-g stieg und es machte uns nach einigen Starts fast nichts mehr aus diese doch nicht zu verachtende Körperbelastung zu akzeptieren. Enormen Spaß machte dieses Turnen und fast grenzenlose Fluglagentraining dennoch .
Sogar der Blechbomer Blanik, den wir zum Trudeln benutzten klinkte oben an der Wolkendecke nicht aus, bis ich mit 2 Händen mit aller Kraft am Ausklinkhebel riß, weil uns der Schleppmose in den Sturzflug brachte und wir diesen natürlich auch - aber in 900m Höhe noch kein großes Problem. Lothar, unser Schlepp-Pilot war scho a Hund auf der Geign. Vieles was spektakulär war, schien bei ihm mehr Spaß als Grübeln zu verursachen. 25 Schlepps am Tag waren für ihn scheinbar normal.
Uns acht Schülern standen zwei ASK 21, segelkunstflugtaugliche Flugzeuge, zur Verfügung und somit konnten teilweise bis zu 3 Flüge jeweils pro Tag/Pilot absolviert werden.
Am letzten Samstag der Lehrgangswoche tauchte dann gegen 10:00 Uhr der Prüfer, nach Lauchaer Tradition ein Sachse, Namens "Munkelt" auf. Oh Mann!! Etwas nervös natürlich, "zauberte" jeder Pilot seine Kür an den Himmel so gut er konnte. Leider passierte es auch hier, dass die obere Hälfte eines Loopings dann in einer Wolke verschwand, was uns der Prüfer aber nicht allzu übel nahm. Er meinte dazu nur: "So kann man sich auch davonstehlen". Wenn das Prüfungsprogramm spätestens hier nicht saß, hatte man so gut wie verloren. Spaß verstand der Prüfer leider nicht, und schon gar kein bayrisch, also hielt ich mich hier lieber zurück und tat schön brav was man mir anordnete. Einmal im Jahr geht das schon wenn man will. Ich schnaufte natürlich erst mal durch, als er mir seine Hand entgegenstreckte und mir gratulierte. Gott sei Dank das auch geschafft, dachte ich mir und schaltete einen Gang höher, den anderen Kameraden Mut zuzusprechen und in den Flieger zu helfen. Nach dem Reinigen und Einräumen der Maschinen traten wir dann am letzten Tag gegen 18:00 Uhr die Heimreise an. Etwas wehen Herzens ging das Abenteuer zu Ende. Zuhause angekommen dann die Begrüßung meiner Gattin: "Na, lebst Du auch noch?" "Und wie!", entgegnete ich. Ich war dennoch froh, dass dies auch zutraf, denn den Respekt und die Gefahren darf man hier keinesfalls unterschätzen. Ein wirklich toller Lehrgang ging zu Ende. Neue Freunde, nette gleichgesinnte Kameraden, Zusammenhalt, Grillen, Bowlen, die Himmelsscheibe von Nebra, ein Flugplatz mit Herzlichkeit, gutes und reichliches Essen, samt Flüssigem, und fliegen was das Zeug hält. Gibt es etwas schöneres? Man kann einen solchen Lehrgang nur wärmstens weiter empfehlen. Und... ich war sicher nicht das letzte mal in Laucha, im Haus der Luftsportjugend. Die hier gezeigten Bilder und noch viele Impressionen zu diesem Lehrgang finden sich in der Galerie Reiner Weig |